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Weltdiabetestag 2017 – Bluttests, Fitness und ExpertenInnentipps

Tag der offenen Tür in der Kärntner Gebietskrankenkasse: Zahlreiche Versicherte holten sich in den Räumlichkeiten der Diabetes-Beratung ExpertInnen-Tipps und nutzten kostenlose Blutzuckertests. Sie trainierten gesunde Bewegungsabläufe und lernten Rezepte kennen, die beweisen, dass bewusste Ernährung eine „Gute Idee“ ist. 


„Neben der fachgerechten Versorgung von DiabetikerInnen ist es der Kärntner Gebietskrankenkasse ein Anliegen, der Entstehung von weiteren Erkrankungsfällen entgegen zu wirken“, betont Dkfm. Maximilian Miggitsch, Direktor der Kärntner Gebietskrankenkasse. „Mit unseren großteils kostenlosen Angeboten zur Ernährungsberatung soll die Kärntner Bevölkerung in allen Lebensabschnitten, bereits von der Schwangerschaft an, über die Kindheit und Jugend bis hin zum Erwachsenalter, dabei unterstützt werden, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Dadurch wollen wir einen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität leisten und einen weiteren Anstieg von Diabeteserkrankungen vermeiden.“


„Der Diabetes mellitus zählt weltweit zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen und ist besonders in der westlichen Welt im Steigen begriffen“, weiß  Dr. Wilfried Peterz, Leiter des Internen Ambulatoriums der Kärntner GKK. Ursachen seien vor allem die gesteigerte Nahrungsaufnahme durch das Überangebot an Nahrung und das damit verbundene Übergewicht. Weiters spiele auch der Bewegungsmangel eine entscheidende Rolle.  „Wie viele andere Erkrankungen ist der Diabetes mellitus im Frühstadium gut diagnostizier-und behandelbar. Ziel sollte es sein, möglichst frühzeitig auf eine Diabetesentwicklung hinzuweisen, und so Spätschäden zu verhindern. Im Vorsorgeprogramm wird daher besonders auf die Diabetes-Früherkennung Wert gelegt“, fügt Dr. Peterz hinzu.


„In Österreich leben mehr als 600.000 Menschen mit der Diagnose ‚Diabetes Mellitus`. Die meisten von ihnen leiden an einem Typ-2 Diabetes, einer chronischen Erkrankung, die die Betroffenen ihr Leben lang begleitet“, berichtet der Leitende Arzt der Kärntner Gebietskrankenkasse, Dr. Kurt Possnig. Diese Erkrankung sei nicht durch zwei oder drei Besuche beim Hausarzt und eine Woche Medikamenteneinnahme zu heilen. „Vielmehr ist es notwendig, individuell auf die spezielle Situation jedes einzelnen Betroffenen einzugehen, definierte Ziele in der Therapie anzustreben und diese langfristig und nachhaltig, über viele Jahre hindurch zu erreichen. Die strukturierte Diabetesschulung und das Programm „Therapie Aktiv“  helfen dabei“, erklärt der Leitende Arzt der Kärntner Gebietskrankenkasse, Dr. Kurt Possnig.


Was Rauchen mit Diabetes zu tun hat, erschloss sich Gesundheits-Interessierten beim 17. Vernetzungstreffen zur Tabakprävention und Raucherentwöhnung, wo die KGKK ebenfalls vertreten war. Über „Weniger bekannte Aspekte des Rauchens: Osteoporose, Diabetes mellitus, Augenerkrankungen, HIV-Infektion“  sprach dort OA Dr. Helmut Brath (WGKK), Sekretär der Österreichischen Diabetesgesellschaft  und Leiter der Diabetes- und Fettstoffwechselambulanz am Gesundheitszentrum Wien-Süd .

„Zigaretten rauchen und Diabetes mellitus haben eines gemeinsam: beide sind nach wie vor unterschätzte Epidemien des späten 20. und des 21. Jahrhunderts, beide kosten Jahr für Jahr vielen Millionen Menschen das Leben und reduzieren noch mehr Millionen Menschen die Lebensqualität durch Folgeerkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt, Amputationen, Demenz, Osteoporose oder Erblindungen“, erläuterte Dr. Brath. Noch weniger bekannt, aber hoch relevant sei, dass Rauchen auch Diabetes mit verursachen kann: „So ist die Wahrscheinlichkeit für Raucherinnen und Raucher, einen Diabetes zu bekommen, verdoppelt bis verdreifacht.“ Allein Passivrauchen erhöhe die Wahrscheinlichkeit, einen Diabetes zu bekommen, um circa ein Drittel. „Dass vor diesem wissenschaftlich belegten Hintergrund in Österreich gerade wieder diskutiert wird, die schon beschlossene Rauchfreiheit im öffentlichen Bereich wieder abzuschaffen, ist somit ein schwerer Anschlag auf die Gesundheit der Menschen in unserem Land“, sagte der Experte. „Für Menschen mit Diabetes, die rauchen, erhöht sich das Risiko, Diabetes bedingte Schäden zu bekommen, deutlich versus Menschen mit Diabetes, die nicht rauchen. Ein Rauchstopp und ein Schutz vor Passivrauchen zählen zu den effektivsten Maßnahmen, die in der Diabetestherapie gesetzt werden können.“


Im Mittelpunkt des Weltdiabetestages standen heuer die Frauen. Sie werden zu anderen Zeitpunkten in ihrem Leben als Männer mit der viel zu häufigen Erkrankung konfrontiert, andere Risikofaktoren zeichnen sich in der Forschung ab und sogar die gängigen Behandlungen haben auf Frauen andere Auswirkungen als auf Männer.  Expertinnen und Experten der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) fordern, dass bei dieser Volkskrankheit die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gendermedizin sowohl bei der Früherkennung als auch bei der Behandlung entsprechend berücksichtigt werden. Die ÖDG ruft alle Frauen auf, sich mit Ernährung und Bewegung zu befassen, da sie einen großen Einfluss auf die gesundheitliche Zukunft unserer gesamten Gesellschaft haben.

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Bildtext (v. li.): Dkfm. Maximilian Miggitsch, Direktor der Kärntner Gebietskrankenkasse, Dr.in Elisabeth Kessler, KGKK-Ärztin, OA Dr. Helmut Brath (WGKK), Sekretär der Österreichischen Diabetesgesellschaft  und Leiter der Diabetes- und Fettstoffwechselambulanz am Gesundheitszentrum Wien-Süd, Prim. Dr. Wilfried Peterz, Leiter des Internen Ambulatoriums der Kärntner GKK, Dr. Kurt Possnig, Leitender Arzt der KGKK.


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