DRUCKEN

Erste Primärversorgungseinheit am Standort Klagenfurt-Nord

Der Startschuss für die erste Primärversorgungseinheit (PVE) in Kärnten ist nun erfolgt. Die Eröffnung des „MEDINEUM – Zentrum für Allgemeinmedizin“ ist bis spätestens 1. Oktober 2020 geplant. 

thumbnail_image002.png

Mit der Zielsetzung, eine zentrale allgemeinmedizinische Erstanlaufstelle für gesundheitliche Anliegen aller Art zu schaffen, wurden zwischen Kärntner Gebietskrankenkasse und Ärztekammer für Kärnten bereits konkrete Rahmenbedingungen für Primärversorgungseinheiten sowie Regelungen zur Honorierung der ärztlichen Leistungen als auch der, anderer Gesundheitsberufe festgelegt. Im beiderseitigen Einvernehmen mit der Ärztekammer für Kärnten konnte nun erstmals eine Ausschreibung einer Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin als Grundlage für eine Primärversorgungseinheit abgeschlossen werden, berichtet die Kärntner Gebietskrankenkasse in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Land Kärnten, der Ärztekammer für Kärnten sowie dem Kärntner Gesundheitsfonds. Die erste PVE soll in Klagenfurt-Nord entstehen. „Mit der Eröffnung der ersten PVE bauen wir das Gesundheitsangebot in Kärnten weiter aus und können unseren PatientInnen eine noch bessere medizinische und therapeutische Versorgung bieten – wohnortnah und in höchster Qualität“, freut sich KGKK-Direktor Dr. Johann Lintner.


Der Zeithorizont für die Eröffnung ist mit 01.10.2020 anberaumt. „Kärnten bietet der Bevölkerung bereits eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Um diese nachhaltig für die Zukunft zu sichern und zu optimieren, bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten. Mit dem Schulterschluss zwischen Ärztekammer und Kärntner Gebietskrankenkasse gelingt es, ein noch besser auf die Bedürfnisse der Versicherten abgestimmtes Angebot zu Verfügung zu stellen“, ergänzt Lintner. „Durch die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams werden eine verbesserte PatientInnenversorgung als auch verlängerte Öffnungszeiten ermöglicht. Die geplante Primärversorgungseinheit in Klagenfurt ist eine sinnvolle und zukunftsweisende Ergänzung der kassenärztlichen Versorgung. Diese neue Form der Zusammenarbeit von ÄrztInnen mit anderen Berufsgruppen ist einerseits eine große Herausforderung aber auch Chance für das Team“, erklärt Dr.in Maria Korak-Leiter 1. Kurienobmann-Stellvertreterin der Ärztekammer für Kärnten.


Überzeugt davon, dass „PVEs bzw. ‚Medizinische Zentren rund um den Hausarzt‘ für die flächendeckende Gesundheitsversorgung der Zukunft ein ganz wichtiger Baustein sein werden“, zeigt sich Gesundheitsreferentin LHStv.in Dr.in Beate Prettner. „Ja, sie werden mehr sein als ein Baustein – nämlich ein zentrales Element! Mit PVEs setzen wir einen großen Schritt hin zu einer noch patientenfreundlicheren Gesundheitsversorgung für die Kärntner Bevölkerung, die gleichzeitig die Spitalsambulanzen und damit langfristig das Gesundheitsbudget entlastet“, erklärt Prettner. Ermöglicht werde das durch längere Öffnungszeiten (angestrebt wird eine Öffnungszeit von 7 bis 19 Uhr) und mit einem Mehr an Leistungen – bis hin zu psychosozialer Betreuung, Schmerztherapie oder koordinierten Nachbetreuung von Reha-Patienten. 


„Primärversorgungseinrichtungen werden eine Erfolgsgeschichte sein: für die Patienten, aber auch für die behandelnden Ärzte. Daher hätte ich mir auch gewünscht, dass diese Pressekonferenz schon vor einem Jahr stattgefunden hätte. Doch offensichtlich braucht gut Ding Weile“, sagt LHStv.in Prettner. 


„Die neue Ära der Primärversorgung bringt sowohl für die ÄrztInnen wie auch für die PatientInnen deutliche Verbesserungen: Ärzte profitieren von der Arbeit im Team, einer besseren Work-Life-Balance und einer neuartigen Honorierung. Längere Öffnungszeiten, Rund-um-Versorgung und ein umfangreicheres Therapieangebot sind die Pluspunkte für Patienten. Umso mehr freuen wir uns als KGF, einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau leisten zu können“, so Dr. Gernot Melischnigg, Geschäftsführer des Kärntner Gesundheitsfonds 
„Im MEDINEUM - Zentrum für Allgemeinmedizin stellen wir als ambitionierte Mediziner das Wohl unserer PatientInnen konsequent in den Mittelpunkt unserer Tätigkeit. Wir hören aufmerksam zu, werden auf individuelle Bedürfnisse unserer PatientInnen eingehen und täglich unser Bestes geben - Weil wir uns das Vertrauen verdienen wollen“, erklärt das neue PVE-Team, bestehend aus Dr. Manuel Treven, Dr. Günter Meisterl und Dr.in Sabine Steinscherer. „Das MEDINEUM ist dabei weit mehr als eine Hausarztordination. In unserer Praxis werden Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege und therapeutische Berufsgruppen in die Betreuung der Patienten vor Ort eingebunden“, ergänzt das ambitionierte PVE-Team. „Der Aufbau von Primärversorgungseinheiten ist eine notwendige Entwicklung um den Anschluss an den Wandel in der Gesellschaft und des Gesundheitssystems nicht zu verpassen. Unsere Bevölkerung wird immer älter, die medizinischen Anforderungen und Bedürfnisse der PatientInnen verändern sich und ein Generationswechsel in der Allgemeinmedizin steht bevor. Neue Strukturen sind Notwendig um den Anforderungen gerecht zu werden.“, erklärt Treven. „Das MEDINEUM als erste Primärversorgungseinheit in Kärnten ist ein zukunftsorientiertes Projekt, wir betreten damit Neuland in & für Kärnten, dieser Pioniergeist begeistert uns.“, so Steinscherer. Meisterl erklärt: „Die Idee eines PVE bedeutet für mich Medizin die Sinn macht. Allgemeinmedizin ist komplex und deswegen brauchen wir ganzheitliche Medizinangebote auf einem Platz bzw. Ort.“


„Durch die verpflichtenden Kooperationen mit nicht-ärztlichen Berufsgruppen sowie das erweiterte Leistungsspektrum der PVE wird der gesamte patientenzentrierte Prozess von der Diagnose über die Therapie bis hin zur Genesung optimiert. Zudem wird die Patientin bzw. der Patient bei seinen Wegen zwischen den einzelnen Gesundheitsdienstanbietern auch bestmöglich unterstützt“, ergänzt Lintner abschließend.


MEDZENTRUM4.jpg

Bild (v.l.): KGKK-Direktor Dr. Johann Lintner, LHStv.in Dr.in Beate Prettner, Dr. Manuel Treven, Dr.in Sabine Steinscherer, Dr. Günter Meisterl, Dr.in Maria Korak-Leiter, 1. Kurienobmannstellvertreterin der Ärztekammer für Kärnten und Dr. Gernot Melischnigg, Geschäftsführer des Kärntner Gesundheitsfonds

MEDZENTRUM7.jpg Fotocredits: Eggenberger

Veröffentlicht am 18.11.2019