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Wiedereingliederungsteilzeit – Wiedereingliederungsgeld

Bei der Wiedereingliederungsteilzeit haben Sie die Möglichkeit, nach einem längeren Krankenstand die Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren und langsam wieder in Ihren Beruf einzusteigen. Die Wiedereingliederungsteilzeit ist für die Dienstnehmer- und Dienstgeberseite freiwillig, es besteht kein Rechtsanspruch auf diese Leistung. Das Wiedereingliederungsgeld ersetzt einen Teil des entfallenden Einkommens.


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Was sind die Voraussetzungen für das Wiedereingliederungsgeld?

  • Ihr Dienstverhältnis besteht seit mindestens 3 Monaten.
  • Ihr Krankenstand hat durchgehend mindestens 6 Wochen gedauert.
  • Sie müssen spätestens einen Monat nach dem Ende des zumindest sechswöchigen Krankenstandes die Wiedereingliederungsteilzeit antreten.
  • Sie sind arbeitsfähig und kehren an Ihre Arbeitsstelle zurück, jedoch im reduzierten Stundenausmaß. Es spielt keine Rolle ob Sie vorher Voll- oder Teilzeitbeschäftigt waren.
  • Sie haben eine schriftliche Vereinbarung mit Ihrem Dienstgeber unter Einbeziehung des Betriebsrates (Wiedereingliederungsvereinbarung). Sie benötigen zusätzlich einen Wiedereingliederungsplan, den Sie und Ihr Dienstgeber entweder bei einer Beratung durch „fit2work“ erstellen lassen können oder auch der Arbeitsmediziner Ihres Unternehmens erstellen kann.
  • Ihr reduziertes Einkommen muss über der Geringfügigkeitsgrenze liegen (2018: EUR 438,05) und die reduzierte Wochenarbeitszeit muss mindestens 12 Stunden betragen.

 

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Wie viel kann oder muss ich arbeiten?

  • Die durchschnittliche Reduktion Ihrer Arbeitszeit muss grundsätzlich mindestens 25%, maximal 50% betragen.
  • Das Ausmaß der Reduktion Ihrer Arbeitszeit kann grundsätzlich zwei Mal geändert werden.
  • Die wöchentliche Arbeitszeit muss mindestens 12 Stunden betragen.

 

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Wie hoch ist das Wiedereingliederungsgeld und wie lange kann ich es bekommen?

  • Das Wiedereingliederungsgeld erhalten Sie als teilweisen Ersatz für jenes Einkommen, das durch die Reduzierung der Arbeitszeit wegfällt. Es beträgt 60% Ihres Bruttoeinkommens unter Berücksichtigung der Sonderzahlungen bis zur Höchstbeitragsgrundlage (= Bemessungsgrundlage) und wird entsprechend der Reduzierung Ihrer Arbeitszeit aliquotiert.
  • Sie erhalten das Wiedereingliederungsgeld für die vereinbarte Dauer. Diese muss mindestens 1 Monat, maximal 6 Monate betragen.
    Eine einmalige Verlängerung um maximal 3 Monate ist möglich.

 

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Ich möchte einen Antrag auf Wiedereingliederungsgeld stellen. Was ist zu tun?

  • Sie benötigen die Wiedereingliederungsvereinbarung und zusätzlich den Wiedereingliederungsplan.
  • Für eine Beratung steht Ihnen eine Beratungsstelle von fit2work zur Verfügung.
  • Gibt es in Ihrem Betrieb einen Arbeitsmediziner, können Sie auch Kontakt mit ihm aufnehmen. Eine Beratung durch fit2work ist dann nicht notwendig.
  • Bitte übermitteln Sie der KGKK den Wiedereingliederungsplan, die Wiedereingliederungsvereinbarung und allfällige medizinische Unterlagen rechtzeitig per Post oder Fax.
  • Das Wiedereingliederungsgeld ist vom SV-Ärztlichen Dienst der KGKK zu bewilligen.
  • Das Wiedereingliederungsgeld gebührt frühestens ab dem Tag nach der Zustellung der Bewilligung, sofern die Wiedereingliederungsteilzeit auch tatsächlich angetreten wird.
  • Eine unverzügliche Meldeverpflichtung besteht bei:
    • Nichtantritt der Wiedereingliederungsteilzeit
    • einem der Wiedereingliederungsvereinbarung abweichenden Antritt
    • Änderung der wöchentlichen Normalarbeitszeit

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Was ist sonst noch zu beachten?

  • Wenn die festgelegte reduzierte Arbeitszeit um mehr als 10% überschritten wird, ist das Wiedereingliederungsgeld zu entziehen.
  • Ein neuerlicher Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld besteht erst nach Ablauf von 18 Monaten nach dem Ende eines bereits bezogenen Wiedereingliederungsgeldes.
  • Das Dienstverhältnis kann auch vorzeitig wieder im vorigen Ausmaß angetreten werden. Der Dienstgeber und die Gebietskrankenkasse sind davon 3 Wochen vorher schriftlich in Kenntnis zu setzen.
  • Bezieherinnen / Bezieher von Rehabilitationsgeld oder einer Eigenpension haben keinen Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld.