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Kärntner Gebietskrankenkasse und Land Kärnten bauen Frühe Hilfen aus

KGKK-Bereichsdirektorin Kerschbaumer und Gesundheitsreferentin Prettner: „gutbegleitet“ in eine erfolgreiche Zukunft starten

Sujetbild Frühe Hilfen Kärnten_Copyright Fotolia.com

Titelbild_gutbegleitet_-_Fruehe_Hilfen_Kaernten.JPG Unter dem Dach des Maßnahmenpakets „Frühe Hilfen“ entstand im April 2014 ein Modellprojekt in Wolfsberg, an dessen Erfolg jetzt mit Folgeprojekten des Landes Kärnten und der Kärntner GKK in Klagenfurt, Klagenfurt-Land, Villach und Villach-Land angeschlossen wird. KGKK-Bereichsdirektorin Dr. Helgard Kerschbaumer und Gesundheitsreferentin LHStv.in Dr. Beate Prettner präsentierten als Kooperationspartner die Eckpunkte der Projekte, welche unter dem Titel „gutbegleitet“ Familien in belastenden Situationen eine frühzeitige Unterstützung und Entlastung durch niederschwellige Angebote von multiprofessionellen Teams bieten. 

   „Mit dem Angebot der Frühen Hilfen können wir Familien in schwierigen Lebenslagen ein persönliches, individuelles und vor allem anonymes und kostenfreies Hilfsangebot bereitstellen. Die Entwicklung der Kinder soll zu einem möglichst frühen Zeitpunkt gefördert werden, denn die frühe Kindheit beeinflusst den späteren Gesundheitszustand im Erwachsenenalter maßgeblich. Langfristige Probleme und Folgekosten, privat und im Gesundheitswesen, können damit vermieden werden. Unsere Erfahrungen aus dem Modellprojekt im Bezirk Wolfsberg zeigen, dass das Unterstützungsangebot greift“, erklärt Kerschbaumer. Die Vernetzung zwischen den verschiedenen Berufsgruppen und Institutionen im Bezirk Wolfsberg, die zur Familienbegleitung zuweisen, wird ständig verbessert. „Besonders erfreulich ist, dass durch den niederschwelligen Zugang Familien von sich aus auch ohne Zuweisung die Frühen Hilfen in Anspruch nehmen. Nach Wolfsberg wird das KGKK-Angebot  in Villach und Villach-Land ausgeweitet. Damit wird sichergestellt, dass die Hilfe und Unterstützung für Familien schnell dort ankommt, wo sie benötigt wird“, so Kerschbaumer

Bild zur Pressekonferenz gutbegleitet_Fotocredit KGKK

KGKK-Bereichsdirektorin Dr.in Helgard Kerschbaumer (2.v.l.) und Landesgesundheitsreferentin LHStv.in Dr.in Beate Prettner (3.v.l.) präsentierten gemeinsam mit Dr. Kurt Kurnig (links), Fachlicher Leiter der Frühen Hilfen der Bezirke Villach, Villach-Land und Wolfsberg und Prim. Dr. Manfred Mörtl vom Klinikum Klagenfurt (rechts) den Ausbau der Frühe-Hilfen-Netzwerke in Kärnten mit dem Titel "gutbegleitet".



„Als Sozial- und Gesundheitsreferentin des Landes Kärnten war es mir ein Anliegen, ein Angebot für jene Familien zu schaffen, die ein verstärktes Bedürfnis nach Assistenz bei der Bewältigung des Alltags haben“, so Prettner. Über die Frühen Hilfen werde es möglich potentiell belastete Familien bereits sehr früh auszumachen und schon während einer Schwangerschaft und darüber hinaus professionell zu begleiten. „Durch ein Team, bestehend aus unterschiedlichen Sozial- und Gesundheitsberufen, soll diesen Familien Beratung und Unterstützung geboten werden, um positive Grundsteine nicht nur für die Eltern, sondern vor allem auch für deren Kinder zu legen“, erklärt Prettner. Durch ein Zusammenarbeiten aller relevanten Institutionen werde es möglich ein engmaschiges Unterstützungsnetzwerk für die betroffenen Familien zu schaffen.  


Was sind Frühe Hilfen?

   Bei „Frühe Hilfen“ handelt es sich um ein Maßnahmenpaket, das darauf abzielt, gesundheitliche Belastungen von Familien und Kindern frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Im Mittelpunkt stehen Familienbegleiter/innen, die als konkrete Ansprechpersonen für die Familien da sind. Als freiwilliges Angebot helfen sie den Betroffenen, geeignete soziale und gesundheitsbezogene Angebote zu finden und in Anspruch zu nehmen. Die Familienbegleiter/innen arbeiten in sogenannten „Frühe-Hilfen-Netzwerken“, die sich um eine optimale Vernetzung und Weiterentwicklung dieser Angebote bemühen. Diese Netzwerke bestehen aus unterschiedlichsten Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Kinder- und Jugendhilfe (z.B. Krankenanstalten, Krabbelstuben, Schuldnerberatung, Eltern-Kind-Zentren, Mutterberatungszentren, praktische Ärzte oder Fachärzte), die einerseits als Zuweiser/innen zu den „Frühen Hilfen“ agieren, andererseits mit ihren Leistungen auch als Kooperationspartner/innen zur Verfügung stehen. Um Frühe Hilfen möglichst niederschwellig zu gestalten, gehen die Familienbegleiter/innen aktiv auf Familien in belastenden Situationen zu – idealerweise bereits während der Schwangerschaft - und stellen so sicher, dass die Angebote frühzeitig jene erreichen, die sie benötigen. Aber auch (werdende) Eltern mit ihren Kindern können sich aktiv ab Beginn der Schwangerschaft bis zum 3. Lebensjahr an die „Frühe-Hilfen-Netzwerke“ wenden, wenn sie sich oder ihre Familie in einer schwierigen Lebenslage erleben. Anonyme und kostenfreie Unterstützung wird in unterschiedlichen Lebenssituationen wie beispielsweise Unsicherheiten im Umgang mit dem Kind oder Überforderung, psychosoziale Belastungen, sehr frühe oder späte Elternschaft, bei Beziehungskonflikten, Gewalterfahrung in der Familie angeboten.

 

Das Projekt „Frühe Hilfen“ geht auf eine Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zurück. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser zum Nutzen von Frühen Hilfen: „Präventionsmaßnahmen in der frühen Kindheit sind besonders effizient. Sie wirken sich langfristig positiv auf die Gesundheit aus und sind ein wirksamer Beitrag zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit, zur Armutsbekämpfung und zur Senkung späterer gesundheitlicher Risiken. Auch der ökonomische Nutzen ist nachweislich bei Maßnahmen in der frühen Kindheit am größten.“

 

Umfassende Informationen sind über die nebenstehenden Links und auf der Website www.kgkk.at/gutbegleitet zu finden.