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Vorschreibung von Beiträgen bei mehrfacher Beschäftigung

Unter mehrfacher Beschäftigung versteht man die gleichzeitige Ausübung mehrerer Erwerbstätigkeiten.


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Welche Varianten der mehrfachen Beschäftigung gibt es?

Man unterscheidet prinzipiell zwei Varianten:

1. Ausübung  mehrerer geringfügiger Beschäftigungen und das monatliche Entgelt aus allen diesen geringfügigen Beschäftigungen übersteigt den Betrag der Geringfügigkeitsgrenze EUR 415,72


  • Die Berechnung der Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge erfolgt von Ihrem gesamten Entgelt (Summe aller Beitragsgrundlagen): Das sind der laufende Lohn bzw. Gehalt sowie die Sonderzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld,…) zusammen.
  • Die Berechnung erfolgt grundsätzlich im Durchschnittsverfahren.
  • Sollten Sie eine Vorschreibung nach den tatsächlichen Monatsverdiensten wünschen, legen Sie bitte die entsprechenden Lohn- und Gehaltsunterlagen vor.

Beispiel: Zwei geringfügige Beschäftigungen als Angestellter mit Anspruch auf Sonderzahlungen:

Dienstgeber

monatlicher

Durchschnittsverdienst

SonderzahlungenZeitraum
AEUR 250,00EUR 500,0001.01.2015 - 31.12.2015
BEUR 200,00EUR 400,0001.01.2015 - 31.12.2015
SummeEUR 450,00EUR 900,00

Beitragsvorschreibungen vom 01.01.2015 bis 31.12.2015

Beitragsgrundlage

EUR 450,00 x 12 Monate = EUR 900,00 = EUR 6.300,00 x 13,65%         = EUR 859,95

Zuzüglich AK-Umlage*

EUR 450,00 x 12 Monate = EUR 5.400,00 x 0,50%                                    = EUR 27,00

Summe der Vorschreibung                                                                           = EUR 886,95

* von Sonderzahlungen wird keine Arbeiterkammerumlage berechnet.


2. Ausübung einer geringfügigen Beschäftigung neben einer vollversicherungspflichtigen Tätigkeit.

  • Nur das Entgelt aus der geringfügigen Beschäftigung wird beitragspflichtig (Kranken- und Pensionsversicherung).
  • Die Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge werden lediglich von der Beitragsgrundlage der geringfügigen Beschäftigung vorgeschrieben, da die Beiträge für die vollversicherte Tätigkeit bereits von Ihrem Dienstgeber einbehalten wurden.

Beispiel: Eine geringfügige Beschäftigung neben einer vollversicherten Beschäftigung - jeweils als Arbeiter - ohne Anspruch auf Sonderzahlungen:

Dienstgeber

monatlicher

Durchschnittsverdienst

BeschäftigungsartZeitraum
AEUR 100,00geringfügig01.01. - 30.06.2015
BEUR 2.000,00vollversichert01.01. - 31.12.2015

Beitragsvorschreibung von 01.01.2015 bis 30.06.2015

Beitragsgrundlage

EUR 100,00 x 6 Monate = EUR 600,00 x 14,20%                                                        = EUR 85,20

Zuzügliche AK-Umlage

EUR 100,00 x 6 Monate = EUR 600,00 x 0,50%                                                          = EUR 3,00

Summe der Vorschreibung                                                                                           = EUR 88,20


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Wie erfolgt die Vorschreibung von Beiträgen?

Die Dienstnehmerbeiträge zur Kranken- und Pensionsversicherung von den geringfügigen Entgelten werden dem Versicherten einmal im Jahr im Nachhinein zur Zahlung vorgeschrieben, d.h. die Beiträge zur  Kranken- und Pensionsversicherung sind nachzuzahlen.

Die Höhe der Beitragszahlung richtet sich nach der Summe der insgesamt zustehenden Entgelte und nach dem Beitragssatz.

 

Es besteht auch die Möglichkeit einer monatlichen Beitragsvorauszahlung. Den dazugehörigen Antrag finden Sie unter diesem Link:

linkFormulare zur monatlichen Beitragsvorauszahlung


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Wie hoch ist der Beitragssatz?

Der Kranken- und Pensionsversicherungsbeitrag beträgt

  • für Angestellte 13,65% und
  • für Arbeiter 14,20%
  • Dazu kommt noch die Arbeiterkammerumlage von 0,5%. Diese entfällt bei den Sonderzahlungen.


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Welche Vorteile haben Sie dadurch?

Aufgrund Ihres Beitrages zur Sozialversicherung erhalten Sie auch Anspruch auf Geld- und Sachleistungen der Kranken- und Pensionsversicherung:

  • Auf Grund dieser Pflichtversicherung besteht voller Anspruch auf Leistungen der    Krankenversicherung.
  • Die Beschäftigungszeiten zählen auch als Beitragszeiten für die Pensionsversicherung; die daraus erzielten Einkommen erhöhen die Bemessungsgrundlage für die Pension.