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Geschichtlicher Rückblick


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Entwicklung der österreichischen Krankenversicherung

Obwohl die Wurzeln der österreichischen Sozialversicherung weit in die Vergangenheit zurückreichen, ist sie im Wesentlichen ein Kind des vorigen Jahrhunderts. Blickt man zurück, so zeigt sich die rasante Entwicklung der Sozialversicherung von zunächst bescheidenen Selbsthilfeorganisationen zu einem tragenden Pfeiler unserer modernen Gesellschaft.

Als Vorläufer der Sozialversicherung können die "Gesellenladen" der mittelalterlichen Zünfte angesehen werden. Diese Gesellenladen gewährten bei wirtschaftlicher Notlage Darlehen und bei Krankheit unentgeltliche ärztliche Behandlung. Sie verloren jedoch gegen Ende des Mittelalters rasch an Bedeutung.

Von längerer Bestandsdauer waren die "Bruderladen" der Bergleute. Bei der mit großen Gefahren verbundenen bergmännischen Arbeit erwies sich die solidarische Gemeinschaftshilfe im Notfall als unentbehrlich. Die Bruderladen sorgten für Krankenbehandlung und Sterbegeld und trugen Vorsorge für die Invalidität. Die Bruderladen wurden 1854 durch das Allgemeine Berggesetz eine Pflichteinrichtung.

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Krankenversicherung 1888

Zu einer gesetzlichen Regelung der Sozialversicherung im heutigen Sinn kam es in Österreich erstmals in den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts. Mit dem Krankenversicherungsgesetz 1888 wurde die gesetzliche Krankenversicherung in Österreich eingeführt, die sämtliche gewerbliche und industrielle Arbeiter und Angestellte erfasst hat.

Die Angestellten unterlagen ebenso wie alle anderen unselbständig Beschäftigten der Pflichtversicherung. Sie waren zum Teil bei Bezirkskrankenkassen und Vereinskrankenkassen versichert.

Das Bedürfnis nach eigenen Versicherungseinrichtungen führte zu einer Zersplitterung der Organisation der Krankenversicherung. Diese erwies sich als großer Hemmschuh, da Kassen, die oft nur über mehrere hundert Mitglieder verfügten, einfach nicht in der Lage waren, genügend Ärzte für ihre Mitglieder zu verpflichten. Ebenso wenig war eine Verteilung des Versicherungsrisikos möglich. Die Forderung nach einer Konzentration der Krankenversicherung wurde immer dringlicher. Die Zahl von ursprünglich 541 Krankenversicherungsträgern verringerte sich dadurch bis 1935 auf 62.

Nach der Besetzung Österreichs durch die deutschen Truppen gingen die neuen Machthaber daran, österreichisches Recht durch reichsrechtliche Vorschriften zu ersetzen. Die ab 1. Jänner 1939 geltende "Reichsversicherungsordnung" brachte zwar erstmals auch für die Arbeiter eine Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversicherung, doch war die gesamte Sozialversicherung durch äußerst unzulängliche Versicherungsleistungen und eine Zersplitterung der Organisation charakterisiert. Die Selbstverwaltung wurde abgeschafft und die Organisation nach deutschem Muster durch das "Führerprinzip" geregelt. Nach der Wiedererrichtung der Republik Österreich bemühte man sich um eine Neuorganisation der Sozialversicherungsträger und stellte als wichtigste Maßnahme die Selbstverwaltung wieder her.

Ursprünglich wollte man die Schaffung des neuen Rechts in mehreren Etappen vornehmen, es zeigte sich jedoch bald, dass dies wenig zielführend ist. So erarbeitete das Bundesministerium für soziale Verwaltung den Entwurf eines Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG), der auf einer Reihe von Vorschlägen des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger basierte.

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Allgemeines Sozialversicherungsgesetz (ASVG)

Das ab 1. Jänner 1956 geltende ASVG löste die bis dahin geltenden Gesetze auf dem Gebiet der Sozialversicherung ab. Es fasste die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung für die Arbeiter und Angestellten in Industrie, Bergbau, Gewerbe, Handel, Verkehr und der Land- und Forstwirtschaft zusammen und regelte außerdem die Krankenversicherung der Pensionisten.

Für einige Sonderversicherungen blieben Sozialversicherungsgesetze außerhalb des ASVG bestehen. Das ASVG gliedert sich in zehn Teile. In Anpassung an die fortschreitende gesellschafts- und sozialpolitische Entwicklung wurden in der Zwischenzeit zahlreiche Änderungen und Gesetzesnovellen vorgenommen.