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Österreichisches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm: "früh erkennen" setzt neue Qualitätsstandards und bietet vereinfachten Zugang zur Mammographie


Neue Maßnahmen erleichtern Zugang zur Brustkrebs-Früherkennungsmammographie


früh erkennen-Logo Mit 01. Jänner 2014 startete das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm „früh erkennen“, das von der Bundesgesundheitskommission beschlossen und in Anlehnung an internationale Standards von der Sozialversicherung gemeinsam mit Bund, Ländern und Österreichischer Ärztekammer erarbeitet wurde.

„früh erkennen“ bietet einen qualitätsgesicherten, transparenten und strukturierten Ablauf der Brustkrebs-Früherkennung. Alle Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren, die in Österreich wohnhaft sowie bei einem teilnehmenden Träger versichert sind, können alle 24 Monate eine Mammographie-Untersuchung zu Früherkennungszwecken in Anspruch nehmen. Die Untersuchungen werden ausschließlich von zertifizierten Radiologinnen und Radiologen durchgeführt, die spezielle Qualitätsanforderungen erfüllen müssen. Zusätzlich werden alle Mammographie-Aufnahmen von einer/einem zweiten Radiologin/Radiologen begutachtet.


Koordiniertes und qualitätsgesichertes Früherkennungsprogramm ersetzt bisherige Mammographie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung

Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm „früh erkennen“ ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Sozialversicherung, Ländern und Österreichischer Ärztekammer. Die Koordinierungsstelle ist in der Wiener Gebietskrankenkasse angesiedelt. Ziel des Programms ist es, die Brustkrebs-Früherkennung besser zu koordinieren und die Qualität der Untersuchungen zu erhöhen. Dafür wird die bisherige Mammographie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung durch ein österreichweites Programm zur Brustkrebs-Früherkennung ersetzt.


Programmadaptierungen für einen noch einfacheren Zugang zur Mammographie

Seit 01. Juli 2014 ist der Zugang zur Mammographie noch einfacher. Die e-cards aller Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren werden für die Mammographie freigeschaltet. Das bedeutet, es kann zu einem selbstgewählten Zeitpunkt ein Termin für die Früherkennungsmammographie vereinbart und die Untersuchung nur mit der e-card in Anspruch genommen werden. Ab der Inanspruchnahme wird die e-card für die Mammographie für 24 Monate gesperrt. Alle Frauen werden weiterhin regelmäßig alle 24 Monate mit einem persönlichen Brief zur Mammographie-Untersuchung eingeladen bzw. an die Untersuchung erinnert. Konnten sich bisher Frauen von 40 bis 44 Jahren bzw. von 70 bis 74 Jahren zum Programm anmelden, so wurde die Altersbeschränkung nach oben bereits im Juni 2014 aufgehoben: Nun können alle Frauen ab 40 Jahren am Programm teilnehmen. Anfang Juni 2014 wurde auch die Online-Anmeldung eingeführt. So kann die Anmeldung zum Programm für Frauen zwischen 40 und 44 bzw. ab 70 Jahren jetzt auf zwei Wegen erfolgen: entweder bei der Telefon-Serviceline oder nun auch über ein Online-Formular auf www.frueh-erkennen.at. Eine ärztliche Zuweisung zur Mammographie ist mit dieser Einladung nicht mehr notwendig. Eingeladene Frauen können aus einer Liste teilnahmeberechtigter Untersuchungseinrichtungen wählen, die dem Einladungsbrief beiliegt. Die teilnehmenden Radiologiestandorte sind auch auf der Programm-Website www.frueh-erkennen.at abrufbar bzw. können bei der Telefon-Serviceline erfragt werden.

 

„früh erkennen“ setzt neue Qualitätsstandards

Die Untersuchungen im Rahmen des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms werden ausschließlich von zertifizierten Radiologinnen und Radiologen durchgeführt, die an „früh erkennen“ teilnehmen und spezielle Qualitätsanforderungen erfüllen: Alle am Programm teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte müssen über ein spezielles Zertifikat zur Diagnostik von Mammographie-Aufnahmen und über strahlungsarme, digitale Geräte verfügen. Außerdem müssen die teilnehmenden Radiologinnen und Radiologen die Befundung von Mammographie-Aufnahmen von mindestens 2.000 Frauen pro Jahr nachweisen können. Alle beteiligten Berufsgruppen sind verpflichtet, an regelmäßigen Schulungen teilzunehmen. Jede Mammographie-Aufnahme wird nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ von zwei unabhängigen Ärztinnen oder Ärzten begutachtet.


Dokumentation und Evaluierung sichert Qualität von „früh erkennen“

Im Rahmen des neuen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms wurde auch ein neues Dokumentations- und Evaluierungssystem eingeführt. Alle im Rahmen des Programms durchgeführten Mammographien müssen dokumentiert werden. Die Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen werden aus Gründen des Datenschutzes so verschlüsselt, dass sie nicht mehr auf eine bestimmte Frau zurückzuführen sind (pseudonymisiert) und anschließend gespeichert und ausgewertet. Bei sogenannten „auffälligen Befunden“ werden auch die weiteren Schritte pseudonymisiert dokumentiert. Die Daten dienen der kontinuierlichen Dokumentation und Evaluierung und helfen, die Qualität des neuen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms zu erhalten bzw. zu verbessern. Zusätzlich werden dadurch erstmals auch gesicherte Daten zum Auftreten von Brustkrebs-Erkrankungen in Österreich verfügbar sein.


Früherkennungsmammographie und diagnostische Mammographie

Die Früherkennungsmammographie richtet sich an gesunde Frauen, die keine Symptome einer Brusterkrankung haben und gilt derzeit als verlässlichste Methode, um Brustkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen.

Die diagnostische Mammographie wird bei Frauen durchgeführt, die Beschwerden haben, bzw. wenn ein Verdacht auf Brustkrebs oder eine andere Erkrankung der Brust besteht und eine weitere Abklärung mittels Mammographie notwendig ist. Weiters sind diagnostische Mammographien für Frauen vorgesehen, die familiär vorbelastet sind oder ein genetisch erhöhtes Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken sowie für Frauen, die schon an Brustkrebs erkrankt sind. Die ärztliche Zuweisung erfolgt altersunabhängig außerhalb des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms über eine Indikationenliste, die gemeinsam von Sozialversicherung und Österreichischer Ärztekammer erstellt wurde und allen Zuweiserinnen und Zuweisern vorliegt.


Ablauf Österreichisches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

Ablauf Österreichisches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

 

Nähere Informationen zum Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm „früh erkennen“ erhalten Sie über die kostenlose Telefon-Serviceline 0800-500 181, per E-Mail unter serviceline@frueh-erkennen.at oder die Homepage

linkwww.frueh-erkennen.at